Dienstag, 19. April 2011

Neues Kleidchen.

UMGEZOGEN. Jetzt auf wordpress.com
Warum? Frühling.

Sonntag, 24. Oktober 2010

Interior Sein

ALS ICH VOR RUND einem Jahr in die praktische, charakterlose Wohnung in der zahlenfixierten, neidischen Stadt eingezogen bin, habe ich gesagt: Wenn ich die furchtbaren lachsfarbenen Wände mal streichen und die Neureichen-Messinglampen mal austauschen sollte, dann heißt das, ich bleibe doch etwas länger. (So wie ich gesagt habe: Wenn Ihr hört, ich bin nach Paris gefahren und habe mich im Ritz einquartiert, dann bügelt schon mal meine Sargkleidung auf).
Jetzt sind die Wände dunkelgrau gestrichen, von der Decke hängen Bahnhofslampen.
Es ist kalt, stürmisch, regnerisch. Die Wände schlucken jedes Gefühl, die Bahnhofslampen enttarnen jeden Gedanken.
In 2 Wochen fahre ich in einen Kurzurlaub nach ... ins Hotel ...
Das Licht der Messinglampen war schöner. Man trägt wieder die klassischen, schwarzen Ray-Ban Wayfarer. Last.fm kann auch nicht überraschen. Es ist alles nur Pose. Natürlich.

Montag, 18. Oktober 2010

Menschliche Ordnung

SO. DA SIND WIR also wieder. Im letzten Monat genau 1 private Verabredung gehabt. Dafür den Umsatz um 25% gesteigert und Porsche gekauft. Die Speisekarte meines Seins.

Gestern dann im Sumpf gewesen, weil Geburtstag der Ahnen. Die Männer saßen auf der einen, die Frauen auf der anderen Seite des Tisches. Man nennt das, klärte mich einer der Herren auf, ostfriesische Sitzordnung. Gefällt mir gut. Kann man meinetwegen aufs ganze Leben anwenden. Ebenfalls meinetwegen müssen sich die Männer da gar nicht mehr an den Tisch setzen. Denn dann – nächste Erkenntnis – sähen sich die Damen wohl auch nicht mehr genötigt, sich die Frisur zu tönen, täglich selbstgeißelnd den aufwändigen Verputz- und Malerarbeiten im Gesicht nachzukommen und könnten mit diesem Doch-doch-ich-passe-in-das-Kaschmirfähnchen-Gepresse aufhören. Während die Kerle langsam verzotteln (und nur noch von ihren Gemahlinnen so halbwegs auf die Optik arrivierter Sozialdemokraten getrimmt werden können), sieht man den Frauen die Mühsal des permanenten Tunens an. In der Zeit könnte man viele Bücher lesen. Oder gegen Bahnhöfe protestieren. Bahnhöfe, an denen dann die jungen Geliebten ihrer weißhaarigen Männer warten werden. Ist mir doch egal.

Auf dem Spiegel-Titel heute also die Guttenbergs. Bisschen eklig. Das wäre dann der erste Bundeskanzler, der jünger ist als ich. Ich kenne solche Brisk-Boys und Gelbhaar-Gerten ja nur aus Agenturen. Mochte sie da schon nicht. Vorhin im Supermarkt sagte eine Frau: "Das sind die Schicksten von der Regierung." Und ich dachte so: Tja, mal zehn Vornamen hintereinander stöhnen, das würde dir schon gefallen, du dürres, tiefgebräuntes Weibchen mit den Schweizer Gletscherspalten im Gesicht. Meinetwegen, alles meinetwegen. Und was darf ich schon sagen? Ich fahre Porsche, vor Gericht ist das bestimmt ein Schuldbekenntnis für alles.

Ich saß gestern übrigens am Kopf des Tisch, genau auf der Naht zwischen Männern und Frauen. Hat mir auch nicht gepasst.

Sonntag, 25. Juli 2010

Alles aus Liebe oder so.

MEINE BESTE Freundin nennt mich "Wurstsemmel".
Der Kunde mit ohne Haare bietet mir an, mich in den zweiten Stock des Vitalclubs zu geleiten und mir beim Ausbau meines Trizeps zur Hand zu gehen.
Die Domina schenkt mir Paral Fliegen-Fänger (sic), verschnürt in Geschenkband in den Nationalfarben, dazu ein Text von Musil, "Das Fliegenpapier". Nein, das ist wohl keine Liebesbekundung, das ist wahrscheinlich eher eine verklausulierte Handlungsaufforderung.
Eine 72-Jährige, 3x gesehen, erzählt mir Details aus ihrem Liebesleben. Sexleben. Ich höre zu und versuche, keine Bilder in den Kopf zu bekommen, habe sie aber 28 Stunden später immer noch. Sie wird wieder kommen und mehr erzählen, man erkennt es an ihren geweiteten Pupillen.
Mein Neffe wirft in Südfrankreich eine Flaschenpost an mich in den Kanal.
Ich packe jetzt mal die große Tasche und fahre später an die Elbe. Versuche vorher, per Google Maps herauszufinden, wie die Flaschenpost schwimmen muss. Denke nicht, dass es einen entsprechenden Routenplaner gibt, der auch noch die Zeit anzeigt.
Liebe lässt einen seltsame Dinge tun. Auch ihre kleine Schwester, die Fliegenfänger-Sympathie. Es ist in Ordnung. Gehört dazu. Nicht der schlechteste Aspekt des Spiels.

Samstag, 17. Juli 2010

Reloaded.

SO, DA bin ich wieder. Heil und rundherum gutartig, wie der Arzt gesagt hat. Tat weh, war unangenehm, die Karamellsuppe im UKE ist übel, übel, übel (und ich konnte nicht kotzen, dann wäre die 7cm-Kiefernaht explodiert). Im Krankenhaus habe ich ein Buch gelesen (O'Nan: Alle, alle lieben dich) und ich kann mich an kaum etwas erinnern. An nichts, ehrlich gesagt. Wie hieß das Mädchen, um das es ging? Kim? Oder war das der Name dieser bezaubernden Nachtschwester? (Ich glaube, die halbe Station machte gedanklich aus dem ersten h ein k) "Up in the air" habe ich auf dem iPad gesehen, davon weiß ich – auch nicht mehr so viel. Clooneys Wohnung hat mir gefallen, sah aus wie meine. Bis auf die Minifläschchen, die habe ich noch nicht. Und, ham wa was aus der ganzen vermaledeiten Tumor-oder-sonstwas-Geschichte gelernt? Klar. Es gibt kein Leben nach dem Tod, es gibt keine unsterbliche Seele, es ist der Welt drecksegal, ob man lebt oder nicht. Hätte man sich denken können. Und: Vorsicht, wenn man gleich nach der Vollnarkose sms schreibt, kann einem um die Ohren fliegen. Alles wichtig zu wissen. Macht zukünftige Entscheidungen jedenfalls leichter. Falls es übrigens Vanilleeis-Engpässe in der Republik gibt: war ich.

Montag, 21. Juni 2010

Kann losgehen.

DANN JETZT DOCH endlich mal den OP-Termin bekommen. Wenn alles so geht wie ich es mir vorstelle (warum sollte es?), habe ich die arbeitgeberfreundliche Variante erwischt. Selbst die Voruntersuchung ist auf 7.30 terminiert, so dass mit Glück die Aushilfe nur kurz einspringen muss. Haben die WLAN im Krankenhaus? Kann mir gut vorstellen, wie das UKE wirbt "Die modernste Klinik in der schönsten Stadt Deutschlands mit dem fastesten WLAN", das schreiben sie ja immer, das mit der schönsten Stadt Deutschlands. Weiß der Himmel, wie sie darauf kommen. Ich brauche WLAN, sonst vergeude ich die Zeit nur damit, von Kubanerinnen, amerikanischen Motorrädern oder einer siegenden englischen Mannschaft zu träumen. "Ich brauche WLAN.", auch so ein Satz, den man vor zehn Jahren nicht kapiert hätte. Kleinbus? Holländischer Pudding? Na ja. Gestern dann auch noch endlich mal so Sachen wie Patientenverfügung, Vollmachten etc. zu Papier gebracht. Im Vordruck die Frage "Wer soll auf keinen Fall zum Betreuer bestellt werden"; das liest man dann ja als Eingetragener auch nicht gern. In bestimmt 30% steht da der Name der Mama, bin ich sicher.
Plan also: Am Sonntag mit der Fat Bob auf die Harley Days, am Montag um 7.30 im UKE zur Voruntersuchung, am Donnerstag wird dann aufgeschnitten, um zu sehen, ob das Ding nun bösartig ist, am Montag ganz früh wieder nach Hause, nachdem es gutartig war, am Nachmittag oder spätestens Dienstag zurück in den Laden. Im Krankenhaus endlich mal Zeit, um ein paar Sachen nachzuarbeiten. Hat ja bei dem kleinen Augen-Eingriff schon so hervorragend geklappt – war an vorletzten Donnerstag um 10 und ich dachte, na dann kann ich prima um 18 Uhr mit der Kampagne anfangen. Auch tatsächlich 6 Stunden gesleept, aber dann festgestellt: huch, das mit dem Sehen geht wirklich nicht so gut. Kurz erinnert, wie die Ärztin sagte: nicht lesen, nicht an den Computer, am besten ruhen (what does this word mean?) bis Sonntag. Habe ich dann eben am Freitag um 9 Uhr angefangen. Wissend, wie bescheuert das ist. Wissend, dass mir das schnell um die Ohren oder in diesem Fall auf die Augen fliegen kann. Wird. Wie auch immer. Ich freue mich auf die Harley Days, ich freue mich auf die Ruhe im Krankenhaus. Eins von beiden ist merkwürdig. Beides wahrscheinlich. Gestern ein Buch gelesen, das hauptsächlich im Krankenhaus spielt und in dem dauernd davon die Rede ist, dass zu den Patienten bald "Der Schnitter" kommen wird. Hat mir gut gefallen, der Ausdruck, nicht die Vermutung, dass Ärzte tatsächlich so agieren wie der Typ da in dem Buch. Aussage war schlussendlich: Leben ist Sex, der Rest ist meistens gelogen. Habe über diese Aussage nachgedacht, während ich im Bett lag, das Blinken des Rauchmelders angeschaut und festgestellt habe, dass ich sehr verschwommen sehe, was eine Folge der Nichteinhaltung der Augenärztinanweisung zu sein scheint. Ich stimme dem Autor bzw. seinem Protagonisten nicht zu (so würde man das im Parlament doch sagen, oder?). Leben ist zudem schlafen, essen, Motorrad fahren und singen. Und genau diese Dinge will ich dann auch bald wieder können. Essen und singen wird schwierig werden. Bliebe, schlafend Motorrad zu fahren. Auch ein Weg, dem Schnitter zu begegnen.

Donnerstag, 3. Juni 2010

WM ante portas.

SAß DANN ALSO nach dem Arzttermin nachmittags auf dem sonnigen Balkon und schrieb für den zweiten Job eine Lobhudelei über eine blonde, blauäugige Gräfin. Zehn Meter weiter war private Fußi-Übertragung. Zwei Jungs, wohl fünf Jahre alt, machten Torwarttraining. Der Schütze, auf seinem Trikot die Nummer 13, traf kein einziges Mal von ungefähr 700. Die beiden Jungs sabbelten ohne Unterlass. Torwart: "Ich bin Adler, nein, Butt!" Die 13: "Ich bin Neuer!" Hm, zwei Torwarte gegeneinander. Torwart wieder: "Ich bin Butt!" 13 wieder: "Ich bin Neuer!" Torwart jetzt: "Ich bin Butter!" Daraufhin aus dem Hinterhalt eine Mädchenstimme: "Und ich bin David Beckham!" So ging das die ganze Zeit, die 13 traf wirklich kein einziges Mal, dafür konnte der kleine Torwart tatsächlich beeindruckend springen und fausten. Ich schrieb meine Adel-Weihnachtsstory unkonzentriert zu Ende. Denn: Wer wäre ich gern?

Ach ja, das hier ist jetzt wohl mal vorübergehend geschlossen wg. Tumor. T(um)or so kurz vor der WM, schlechter Witz, keine Ahnung, was der Scheiß soll.

Montag, 24. Mai 2010

Hätte man ahnen können.

HAMBURGER (IM SINNE von Cheeseburger) und Laufband passen nicht zusammen. Spätestens nach 5 Kilometern schon einmal gar nicht mehr. Das. War. Nicht. Schön. Zeit für Tee und Buch.

Das zweite Gesicht.

DAS GUTE AN Feiertagen wie Pfingsten ist, dass man sie durchplanen kann, ohne dass einem ein Kunde in die Quere kommt. Weil diese Feiertage aber auch seltenes Gut, Luxus, Freiheit sind, fängt der Stundenplan erst um 10.30 an. Es folgen 1- oder 2-stündige Blocks, die sich bis 22 Uhr ziehen, dann ist richtig, richtig frei. Das muss so sein, sonst kriege ich die 3 Jobs nicht geregelt, vor allem aber auch nicht die Planung des neuen sowie die Sporteinheiten, das Pflicht-Lesepensum und, bewerft mich mit Kieseln, Telefonate mit bzw. Mails an Freunde/Bekannte. Hätte ich dafür keinen Stundenplan, wäre mein Leben nicht nur so nutzlos wie es ist, sondern zudem noch eine unidentifizierbare Masse, die maximal in einem dreiminütigen Highscore-Erfolg bei einem Online-Spiel ihren Höhepunkt fände. Gefunden haben würde. Wie auch immer. Mein Gehirn bevorzugt die Wege durch den Wald, wo einem auf Wadenhöhe kleine Äste auf die Beine peitschen, und mein Herz verschwimmt zumeist in einem Sud aus Realität und Träumerei. Um Prozess und Ergebnis zu beschreiben, ist Zuckerwatte wohl das Produktäquivalent. Ergo ist preussische Disziplin Maß und Mittel. So bin ich im Januar nachts zum Fitness-Studio gerutscht und die anstrengendste Übung war die Bewältigung des dreiminütigen Fußmarsches. So schrieb ich wacker an einem Vortrag, obwohl mein Körperchen gerade beschlossen hatte, ein Ruhepuls von 97 wäre mal wieder angemessen. Und so quäle ich mich aktuell durch die Lektüre eines selbstgefälligen Romans, obwohl – na ja, es gibt tausend Gründe, sich nicht durch einen selbstgefälligen Roman zu quälen. Doch: Es steht auf der Liste und wartet darauf, abgehakt zu werden. Gestern also auch um 10.30 mit der Lese-Einheit begonnen, dann eine Stunde recherchiert, wie man aus einer Idee etwas machen könnte, dann eine Stunde das Bad geputzt, dann – den Hintern auf den Roller gesetzt, durch windy city geflitzt, kurz den Laden gecheckt und die nächsten neun Stunden Spaß gehabt. Die noch auf der Liste stehenden sieben Punkte ignoriert. Sport, Buchhaltung, der selbstgefällige Roman etc., der ganze Mist: mir doch egal. Ist Pfingsten. Familie, Freunde, alle stehen beim Bruder im Garten und wir machen Torwandschießen. Bauen das Autoradio ein. Überlegen uns, welche Prominenten wir unerträglich finden. Essen Spargel. Singen mit den Kids "Hurra, hurra, die Schule brennt". Schenke dem Neffen mein Panini-Album und der Nichte ein Malbuch (das ich mir gekauft habe, um den blöden Ruhepuls mal runter zu bekommen, hat nicht funktioniert). Eine Minute: Wir reden über Harleys, eine Frau ist im siebten Monat schwanger, im Hintergrund läuft Melody Gardot, draußen singt ein Vogel als wäre es ein Brüllwettbewerb, wir hocken da wie eine große Bauernfamilie, und ich denke: sehr schön. Stehe auf, hole mir noch eine Cola, höre meinen Neffen lachen und das ist das beste Geräusch der Welt. Ich bin inzwischen als Einzelgänger ziemlich perfekt. Aber das hier... Zuhause nehme ich den Stundenplan, streiche "Sonntag" durch und schreibe "Montag" darüber.

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