Ausflug.

DANN ALSO STUDENTEN, die mal die Welt gestalten sollen, erklärt, wie moi die Welt sieht. Und warum das sehr fundiert und richtig ist. Vorausgegangen eine 5-stündige Bahnfahrt durch Gegenden, die ich niemals kreuzen wollte. Ja, Deutschland ist mal sehr schön und mal sehr, sehr hässlich. Beim "Zapfhahn" in einem der Umsteigebahnhöfe gab es ein Sonderangebot für Bier und eines für Bier plus Korn. Ab 19 Uhr wäre auch noch Happy hour gewesen. Happy hour in der hell ausgeleuchteten Resopal-Bahnhofskneipe. Dafür muss man gebaut sein. Und dennoch überlegte ich kurz zu bleiben. Schaute mir dann aber doch die Arbeiten der Studenten an. Kommentar erwünscht. Ich fand alles fein, weil ich bin ja lieb, das merkt man auch, wenn ich mir sehr, sehr große Mühe gebe. Dann haben sie die ganze Zeit in meine blauen Welpenaugen geguckt, und ich habe immer genickt und gelächelt und nett gesagt, dass alles schön ist, alles, alles, alles, an diesem kleinen Eckchen könnte man vielleicht, vielleicht noch ein bisschen was... aber im Prinzip alles fein. Die sind Anfang 20. Da komme ich Wrack doch nicht daher und erzähle, wie schnell man vor Madagaskar untergeht. Entsprechend schon ein paar Freunde gehabt, die dann im Vortrag saßen. Ein ganzes Fußballspiel lang frei geredet. Das habe ich das letzte Mal gemacht, als – ich weiß nicht. Jedenfalls stand damals im Zweifelsfall ein sexuelles Interesse mit im Raum. In diesem Saal mit ungefähr acht Meter Deckenhöhe jedoch sicherlich nicht. Eher: Ich spüre eine katholische Ader in mir. Wenn ich mich recht erinnere, dann endete das Wort zum Leben mit meinem Appell, das Wahre, Gute, Schöne in die Welt zu bringen. ICH hörte die Orgelklänge. Nun gut. Der Rest ging schnell. Am Umsteigebahnhof, den ich kurz nach 19 Uhr erreichte, nutzte ich nicht die Happy hour im "Zapfhahn", sondern kaufte das Panini-Album zur WM plus 20 Sticker-Tütchen. Und einen Krimi. Komme ja sonst nie an ein Buch. Die Reichsbahn oder wie immer die jetzt auch heißt, fuhr mich in einen formvollendeten (gestaltet DAS!) Western-Sonnenuntergang. Und irgendwann war dieser Ausritt vorbei. Und ich freute mich, wieder in Hamburg anzukommen. Vielleicht war das überhaupt das Bemerkenswerteste an dem ganzen Tag (nein,war es nicht). Ich freute mich, wieder nach Hamburg zu kommen, tss. Und als ich die Tür meiner blöden Wohnung schloss, fiel mir ein: Gut 90% der Projekt-Studentinnen (bei denen im Vortrag konnte ich es nicht sehen) hatten einen definitiv dicken Hintern. Was ich sehr, sehr okay finde. Aber dass ich da überhaupt hingucke zeigt, ich bin inzwischen wirklich jenseits.

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