Sonntag, 24. Oktober 2010

Interior Sein

ALS ICH VOR RUND einem Jahr in die praktische, charakterlose Wohnung in der zahlenfixierten, neidischen Stadt eingezogen bin, habe ich gesagt: Wenn ich die furchtbaren lachsfarbenen Wände mal streichen und die Neureichen-Messinglampen mal austauschen sollte, dann heißt das, ich bleibe doch etwas länger. (So wie ich gesagt habe: Wenn Ihr hört, ich bin nach Paris gefahren und habe mich im Ritz einquartiert, dann bügelt schon mal meine Sargkleidung auf).
Jetzt sind die Wände dunkelgrau gestrichen, von der Decke hängen Bahnhofslampen.
Es ist kalt, stürmisch, regnerisch. Die Wände schlucken jedes Gefühl, die Bahnhofslampen enttarnen jeden Gedanken.
In 2 Wochen fahre ich in einen Kurzurlaub nach ... ins Hotel ...
Das Licht der Messinglampen war schöner. Man trägt wieder die klassischen, schwarzen Ray-Ban Wayfarer. Last.fm kann auch nicht überraschen. Es ist alles nur Pose. Natürlich.

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