Das Gegenteil von Lucky Strike.
NACH MONATEN mal wieder auf die Rauchfrei-App geschaut. 9001 Zigaretten nicht geraucht seit diesem nicht zu Ende gedachten Tag, an dem ich das silberne Dupont-Feuerzeug endgültig in die Schublade gelegt habe. Besser geht es mir seitdem wahrlich nicht, eigentlich durch die Bank entscheidend schlechter. Und das Freischaufeln des Geruchsinns ist auch nur selten eine Freude. Kurz überlegt, wie lange ich bräuchte, um die 9001 nachzuholen. Die App behauptet, mein Risiko einer koronaren Erkrankung wäre nur noch halb so hoch wie das eines Rauchers. Was tralala ist, weil es genau zwei Organe gibt, die völlig ausgeleiert und über kurz oder lang unbrauchbar sind: Herz und Hirn. Schöne Kombination und sicherlich auch wieder so ein Zeichen. Das Hirn hat dann gleich noch einmal richtig eins abbekommen: Versucht, das Internetradio einzustöpseln, um diesen bescheuerten finnischen Ambient-Sender zu hören, mit 180 km/h hochgeschnellt, mit genau dieser Geschwindigkeit den Schädel auf die Ecke des Bücherbretts gesetzt. Was...für...ein...Schmerz. Und die endgültige Auslöschung der Zentren für Großmut, Aufräumarbeiten und Rechtschreibung. Ich freue mich so aufs Rauchen. Nicht dass ich jetzt gleich wieder damit anfangen möchte. Aber irgendwann wird es soweit sein. Und das wird schön werden. Ich werde auf einem Steg am See liegen und dem Himmel formschöne Lucky-Strike-Wolken schenken. Bis dahin wird das Herz weiter malträtiert, auf dem Laufband heute die Geschwindigkeit bei sanften 8,0 gestartet und dann alle 300 Meter um 0,3 schneller, hui, das tat weh. Mein Leben ist viel Schmerz und viel Hoffnung, scheint mir. Duschen nach dem Laufen tat auch weh, schon ein Tröpfchen auf die Beule genügte. Handtücher liegen immer noch herum, aufräumen geht ja nicht mehr. Organisch bedingt.
kapitaelchen - 30. Mär, 23:39