Sonntag, 14. März 2010

Randvoll.

DAS GANZE Wochenende gearbeitet. Samstag bis mittags Job 1, dann nahtlos daran Job 2, nur kurz unterbrochen von Nacharbeit Job 1 und beide Tage von jeweils anderthalb Stunden Holmes-Kammer, Gewichte und Laufband, nachts dann zwei neue Bücher lesen, definitiv mehr Pflicht als Vergnügen. Morgen früh um kurz vor 9 wieder ins Auto Richtung Job 1 und garantiert einmal mehr das Zucken in der Hand, wenn es links auf die Autobahn ginge; einfach weg, nach Berlin, nach Paris (Vorteil: da verstehe ich nichts) oder meinetwegen auch wenden, auf der Autobahn selbstverständlich, und nach InteressiertmichalleseinenscheißdreckSylt. Während der Wochenendarbeiterei 2 Tüten Fred-Ferkel gegessen und 4 Liter Cola Zero getrunken. Der Rest war vielleicht noch ungesünder. Immerhin irritiert, als mir das Prickeln der Kohlensäure in der Flasche zu laut wurde. Bin gespannt, wann ich morgens wieder ein Taschenmesser einstecke. So, weiter jetzt.

Roth: Die Demütigung

DER EINZIGE Ort, wo auch noch einmal zwei Gedanken entstehen, die sich nicht schon x-mal durch das Hirn geschlammt haben, ist inzwischen dieser erbarmungswürdige Vitalclub. Gestern, nach dem Laufen und während der Gewichte, plötzlich: Der ist gut, der neue Roth. Hatte vier Tage in der Hirnschublade gelegen. Erstes Urteil war: ärgerlich, ärgerlich, insbesondere diese altherrige Sexgeschichte. Aber auch da schon: Das übers Altern, das ist großartig. Bruder-Urteil: schreckliche Dialoge, aufgepumpte Erzählung, mag ich gar nicht. Und er mag ihn sonst oft sehr, sehr gern. Jetzt also meine subjektive Gewissheit, es ist ein gutes Buch, denn lässt man das, nicht unbeträchtliche, Gesabbere mal beiseite, dann bleibt das, was Roth geschrieben hat über die Angst, in seiner Talentzweitklassigkeit entdeckt zu werden und vor allem über dieses Gefühl, wenn man weiß, man kann es nicht mehr, etwas ist vorbei, man hat es nicht mehr, man wird es nie mehr haben. Es ist schon furchtbar, dass die anderen es merken, kommt dann noch hinzu, vom Applaus dieser Menschen in welcher Hinsicht auch immer abhängig zu sein, dann ist es ein Desaster. Das ist so wahr und brillant beschrieben, dass es - bleibt. Werde ich nicht vergessen, werde ich immer mit diesem Buch verbinden. (Während ich von den zwölf Büchern des letzten Monats bereits neun wieder völlig verdrängt habe, und die anderen werden auch bald folgen.) Eine Kundin fragte mich: "Der neue Roth, ist der wieder Prostata?", tja, schwierige Frage. Prostata mit Seele vielleicht. Hm. Nachher ist Dauerlauf. Mal sehen, welche Erkenntnisse mir zu "Hummeldumm" von Tommy Jaud kommen. Unfassbar, was ich so alles lesen muss. Und darf.

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